Allgemeine Fragen

Wie oft muss die Anlage gewartet werden?

In der Regel muss einmal im Jahr die komplette Anlage gewartet werden.

Abnahmekriterien?

Bei innenliegenden Treppenhäusern werden folgende Prüfungen durchgeführt:

1. Druckdifferenz von Treppenhaus zur Nutzung von mindestens 15Pa

2. Türöffnungskraft nicht über 100N

3. Auslösung der Rauchmelder

4. Messung des Zuluftvolumenstroms

 

Bei Sicherheitstreppenhäusern und Feuerwehraufzügen werden folgende Prüfungen durchgeführt:

1. Druckdifferenz von Treppenhaus zur Nutzung von mindestens 15Pa

2. Türöffnungskraft nicht über 100N

3. Zusammenspiel Brandmeldezentrale und SÜLA

4. Messung der Geschwindigkeit in den geöffneten Schleusentüren

5. Umschaltung von Normalnetz auf Notstrom

Aufstellort des Schaltschrankes?

Dies hängt vom Brandschutzsachverständigen ab.

Entweder die Einschätzung des Brandschutzsachverständigen lautet:

Der Schaltschrank ist für eine Anlage die für den Betrieb des Treppenhauses notwendig ist und kann deshalb im Treppenhaus auf gehangen werden.

oder

Brandlasten dürfen nicht im Treppenhaus angeordnet sein. Dann Bedarf es einen separaten Betriebsraum ohne weitere Brandlasten.

 

Häufig kommt der Schaltschrank unter das letzte Treppenpodest und wird rauchschutztechnisch mit einer Trockenbauwand abgetrennt.

Schaltschränke mit Netzersatz benötigen immer einen separaten Betriebsraum!

 

 

Welcher Druck herscht im Treppenhaus?

Die meißten SÜLA´s werden auf 25-35Pa Überdruck eingestellt, damit die Türöffnungskräfte nicht zu groß werden.

 

der richtige abnehmende Sachverständige

Es muss ein staatlich anerkannter und vereidigter Lüftungssachverständiger sein.

Er sollte sich mit der Thematik der Überdruckanlagen auskennen und vor allem eine schutzzielorientierende Betrachtung ist bei diesen Anlagen sehr wichtig.

Es sollten auf alle Fälle im Vorfeld Gespräche stattfinden, um eventuelle Missverständnisse bereits vor der Abnahme auszuräumen.

Redundanz?

Hierzu gibt es in Hamburg die beste Regelung!

Auf eine Redundanz kann verzichtet werden, wenn eine Sachverständigenprüfung an Stelle von allen 3 Jahren auf ein Jahr reduziert wird.

In NRW werden häufig nur redundante Ventilatoren gefordert.

Leider drückt sich die Hochhausrichtlinie sehr undeutlich aus “Ist nur ein innenliegender Sicherheitstreppenraum vorhanden, müssen bei Ausfall der für die Aufrechterhaltung des Überdrucks erforderlichen Geräte betriebsbereite Ersatzgeräte deren Funktion übernehmen”.

Dieses kann bedeuten komplette Redundanz aller Geräte (Ventilator, Steuerung, RWA usw.). Es sind in Frankfurt, Karlsruhe, Hamburg und Köln schon komplett redundante Anlagen gebaut worden.

Sprechen Sie diesen Punkt unbedingt mit dem Brandschutzsachverständigen durch! 

Wo muss die Rauchdetektion stattfinden?

bei innenliegenden Treppenhäusern vor der Tür zum Treppenhaus (in der Nutzung) ca. 1m entfernt

bei Sicherheitstreppenhäusern vor der Schleuse im notwendigen Flur

bei Feuerwehraufzügen vor dem Feuerwehraufzugsvorraum im notwendigen Flur

Wann wird eine Netzersatzanlage benötigt?

Bei allen Anlagen die in Sonderbauten eingebaut werden muss 90 Minuten Notstrom vorhanden sein.

In den anderen Fällen ist häufig eine so genannte “Sprinklerpumpenschaltung” ausreichend.

Wann wird eine Abströmung in jedem Geschoss notwendig?

Immer dann, wenn eine Geschwindigkeit in der Tür ein Abnahmekriterium ist.

in der Planungsphase

Welche Unterlagen werden für eine sichere Planung benötigt?

Für eine sichere Planung benötigen wir:

1. Brandschutzgutachten oder Konzepte

2. Grundrisse und Schnitte

3. Anlagenschema

4. Baugenehmigung (falls vorhanden)

Sicherheitstreppenhaus oder innenliegendes Treppenhaus? / Spüllüftung oder Druckbelüftung?

Es gibt 2 unterschiedliche Anlagentypen.

 

Anlagentyp 1

Für innenliegende Treppenhäuser muss, wenn eine bestimmte Nutzungsanzahl vorhanden ist, ein Vorraum geschaffen werden. Gleiches gilt wenn ein Aufzug im Gebäude eingebaut wird, benötigt dieser in der Regel einen eigenen Aufzugsvorraum. Wenn dieser Vorraum nicht vorhanden ist,  muss über einen anderen Weg der Raucheintritt über einen gewissen Zeitraum behindert werden.

Diese Anlagentyp wird mit einer Spüllüftungsanlage realisiert. Im Erdgeschoss oder im Untergeschoss wird Außenluft (mindestens 10.000m³/h) in das Treppenhaus eingebracht und spült den Treppenraum entgegen der Fluchtrichtung. Eventuell eingedrungener Rauch wird sofort verdünnt und über eine Abströmklappe am Kopf des Treppenhauses abgeführt. Für diese Gebäude ist immer ein zweiter Rettungsweg vorhanden. Entweder über ein zweites Treppenhaus oder über Leitern der zuständigen Feuerwehr. Aus diesem Grund muss der Raucheintritt nur behindert aber nicht verhindert werden. Die Anlagen werden über Rauchmelder in der Nutzung automatisch aktiviert. Feuertaster sind im Zugangsbereich der Feuerwehr, auf dem obersten Podest und in jeder dritten Etage anzubringen. Die sichere Stromversorgung wird in der Regel über eine Sprinklerpumpenschaltung realisiert.

 

Anlagentyp 2

Dieser Anlagentyp ist für Sicherheitstreppenhäuser. Für das Gebäude existiert also kein zweiter Rettungsweg (ausgenommen Hochhäuser über 60m). In diese Sicherheitstreppenhäuser darf kein Feuer und Rauch eindringen. Zu einem 100%igen Sicherheitstreppenhaus gehört immer eine Sicherheitsschleuse und in den meißten Bundesländern auch ein notwendiger Flur vor den Schleusen. Das eindringen von Rauch wird über eine Strömungsgeschwindigkeit in den beiden (durch fliehende Personen) geöffneten Schleusentüren sichergestellt. In der Regel ist eine Geschwindigkeit von 2m/s in der Tür gefordert. Die Anlagen benötigen dadurch mindestens 20.000m³/h. Bei größeren Gebäuden (10 Vollgeschosse) muss in mehreren Ebenen eingeblasen werden, um eine homogene Druckverteilung sicherzustellen. Die Anlagen benötigen 90 Minuten Notstrom und werden in der Regel Etagenselektiv von der Brandmeldezentrale in Betrieb gesetzt. In den Geschossen muss zwingend hinter jeder Schleuse eine Abströmung vorhanden sein, da ansonsten die Strömungsgeschwindigkeit in der Tür nicht sichergestellt werden kann!

Druckregelventil, Druckregelventil K90 oder Überströmung?

Für Druckkaskaden wie beim Sicherheitstreppenhaus zur Schleuse und von der Schleuse zum Flur werden Öffnungen benötigt.

Je nach Anforderung müssen diese Öffnungen gegen Feuer- und Rauchübertragungen geschützt werden.

Es kann sich an der Tür orientiert werden die darunter eingebaut wird. Es gilt:

T30RS = Druckregelventil K90 (DRV-K90)

RS       = Druckregelventil (DRV)

T30      = Überströmöffnung K90 (ÜSÖ)

Wie muss eine Abströmung im Geschoss ausgeführt werden?

Die beste Variante ist ein Fenster motorisch im notwendigen Flur zu öffnen. Das Fenster muss ca. 1m² effektive Abströmfläche haben. Bei hohen Hochhäusern müssen eventuell durch Windeinflüsse an zwei Stellen Fenster geöffnet werden.

Die zweitbeste Variante ist die Abströmung (thermisch) über einen Abströmschacht. Dieser sollte (bei 15.000-20.000m³/h) ca. 1-1,5m² Fläche besitzen. Die Entrauchungsklappen sollten keinen größeren Druckverlust wie 15Pa haben und die Klappen dürfen nicht in den Schacht hineinragen!

Die schlechteste Variante ist diesen Schacht noch mit einem Brandgasventilator zu unterstützen. Es stellen sich sehr große Druckspitzen in den Fluren ein und die Technik die benötigt wird um diese Anlagen in den Griff zu bekommen verdreifacht die Kosten! In jedem Geschoss Drucksensoren und ein ganz spezielle Regelung für den Brandgasventilator.

im Betriebszustand

wiederkommende Sachverständigenprüfung

Bei Sicherheitstreppenhäusern muss alle 3 Jahre eine Wiederholungsprüfung stattfinden.

In Hamburg gibt es eine Regelung, dass wenn auf eine Redundanz der Anlage verzichtet werden soll eine Wiederholungsprüfung jährlich erfolgen muss!

Fehlalarme Rauchmelder

Das wichtigste ist eine gute Einweisung der Anlage.

Das Nutzungsverhalten der Bewohner muss sich der neuen Anlage anpassen.

Die häufigsten Fehlalarme treten bei Anlagen auf bei denen die Rauchmelder direkt in einer Wohnungsnutzung montiert sind. Die Wohnungsnutzer müssen eine übermäßige Rauch- und Dampfentwicklung nach Möglichkeit verhindern. Beim Kochen muss eine Dunstabzugshaube (falls vorhanden) eingeschaltet werden. Wenn in der Wohnung häufig Zigaretten geraucht werden muss eine vernünftige Fensterlüftung (Stoßlüftung) von den Wohnungsnutzern vorgenommen werden.

Die Änderung des Nutzerverhaltens wird eine Vielzahl von Fehlalarme verhindern. Zu 100% verhindern kann man sie leider nicht!

Freilauftürschließer

Falls in einem Gebäude an die Wohnungseingangstüren Freilauftürschließer montiert wurden, müssen diese in regelmäßigen Abständen wieder gespannt werden. Bei der Wartung werden alle Freilauftürschließer stromlos geschaltet, um ein sicheres Schließen der Türen zu gewährleisten. Die Türen müssen nach der Wartung um >90° geöffnet werden, dadurch spannt sich die Feder im Türschließer wieder und auf der Tür liegt keine Schließkraft mehr an.